Ein Jahr Selbstständigkeit

Frau auf einem Stuhl zur Seilbahn wird in die Luft geschmissen 
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Vor einem Jahr lief ich von einem Büro zum anderen, um mich zu verabschieden.

Nur tolle Menschen, nicht nur Kollegen: So viele, unterschiedliche Begegnungen, die mich zum Wachsen und Weiterentwickeln geholfen haben, meist unbewusst – trotz vielem Wissen.

„In 30 Jahren Karriere habe ich so was nie gehört… Bist du jetzt ein Voudou?“

„Läuft dein Business schon so gut, dass Du kündigen kannst?“
Nein, ich kündige somit ich meinem Business endlich eine echte Chance gebe!

„Das sind so unterschiedliche Welte, ich verstehe schon, dass Du diesen zweispurigen Weg nicht auf Dauer führen kannst.“

Ich habe ein wissenschaftliches, bodenständiges Umfeld verlassen, der teilweise nach den Sternen greift. Viele waren auch feinspürige Menschen, die einfach Sicherheit brauchen.

Viele Tierbesitzer kamen spontan zu mir, um über Tiere zu reden. Längst bevor sie von meiner Berufung erfahren hatten. Einfach aus Bauchgefühl und Verbundenheit.

Eines Tages stand eine Kollegin vor mir, die ihre Katze seit Tagen vermisste. Nachmittags verband ich mich mit der Mietze, abends kam sie zurück. Zufall? Egal wer was denkt, Hauptsache es geht dem Tier und der menschlichen Familie endlich gut.

„Ich weiß nicht ob es echt ist, aber wenn es wirklich funktioniert, dann ist Tierkommunikation eine gute Sache.“
Ja, ist sie. Und ich stehe nicht hier um es zu beweisen, sondern um es zu erleben. Voll, mit Leidenschaft, mit dem ganzen Herzen, wie es die Meisten von mir auch kennen.

Wie geht es mir seit einem Jahr? Ehrlich gesagt habe ich gemischte Gefühle: Im ersten Monat erlebte ich eine große OP, wovon ich immer noch sehr enttäuscht bin. Meine Neugeburt hatte ich anders erwartet. Meine chronische Erkrankung kann nicht vollständig geheilt werden, nur kann ich heute besser in meinem Körper reinhören und meinen Alltag anpassen, ohne in Minus Stunden zu landen, ohne Angst nicht gut genug zu sein obwohl mich alle lobten.

Heute, nach einem Jahr, bin ich eindeutig reifer: In vielen Situationen nehme ich mehr Abstand.
Mein Gehalt ist unregelmäßig – damit hatte ich gerechnet, und nein, als Mama ist das nicht einfach.
Ja, jeden Monat kommt was rein, und für ein erstes Jahr ist es nicht schlecht.
Noch Wichtiger: Innerhalb eines Jahres konnte ich mehr als 100 Tieren und deren Menschen weiterhelfen. So vielen Seelen hätte ich nebenher nie geholfen, als ich Großteil meiner Energie darauf verwendete, mich anzupassen.

Mein Ziel für das 2. Jahr Selbstständigkeit? Mehr Fokus in meine eigene Gesundheit zu bringen, meine Energie noch besser zu pflegen, und weiteren Hunderten Tieren aller Art weiterzuhelfen. Im ersten Jahr waren auch Schweine und Hühner dabei, ich wünsche mir noch mehr „Bauernhof“ Tiere, auch wenn mir Hund und Katze weiterhin sehr viel Freude verbreiten.

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